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Am Sonntag, den 9.10.11 war es wieder so weit, angesagt war der traditionelle Jahresausflug des HHC. Knapp zwanzig Mitglieder und Freunde des Vereins, darunter zwei Jugendliche, trafen sich um 8 Uhr morgens am Cannstatter Bahnhof. Mit dem Bus wurde unser erstes Ziel, die Universitätsstadt Tübingen angesteuert.
Der Wetterbericht hatte zu keinem übertriebenen Optimismus Anlass gegeben, doch schon während der Fahrt verzogen sich die dunklen Wolken, letzte Nebelschwaden lösten sich auf, und die Sonne schickte ihre wärmenden Strahlen vom zunehmend blauen Himmel. Dieses schöne herbstliche Wetter sollte uns, so wie auch in den vergangenen Jahren schon, bis zum Abend treu bleiben!
Auf der Neckarinsel, unterhalb der Eberhardsbrücke, trafen wir uns zu einer zweistündigen Altstadtführung mit unserem Führer. Dieser sehr gebildete und kenntnisreiche ältere Herr, der in den archäologischen und altertumswissenschaftlichen Instituten Tübingens tätig gewesen ist, verheimlichte uns gleich zu Anfang nicht, dass Tübingen bei Besuchern früherer Zeiten (beispielsweise Goethe) keinen besonders guten Ruf hatte. Außerdem erfuhren wir im Laufe der Führung, dass es damals durchaus einen gewissen Gegensatz gab zwischen der bodenständigen Bevölkerung - Weinbauern, Wirten und Handwerkern einerseits, und dem Unversitätsbetrieb, Professoren und Studenten andererseits, was er anhand etlicher Geschichten und Anekdoten anschaulich machte. Diese spezielle Konstellation hat in Tübingen einen speziellen Witz - die Gogenwitze - hervorgebracht, von denen uns unser Führer einige Kostproben zum Besten gab.
Die Führung, ausgehend vom Hölderlinturm, alte Universitätsgebäude, das Schloss, die Altstadt und zuletzt das alte Rathaus berührend, endete gegen 12 Uhr in der Alt-Tübinger Wirtschaft "Forelle", wo wir in angenehmer Atmosphäre Gelegenheit hatten, ein sehr gutes Mittagessen zu uns zu nehmen.
Frisch gestärkt, konnte der nächste Programmpunkt in Angriff genommen werden: Eine Bootsfahrt im Stocherkahn auf dem Neckar, eigentlich ein Muss für jeden Besucher Tübingens. Ein einmaliges Erlebnis, noch potenziert durch unseren Bootsführer, ein waschechter Tübinger, der uns nicht nur mit humorvollen Geschichten seiner Heimatstadt zu unterhalten wusste, sondern auch mit "La Paloma", quasi als Gondellied, seinem Spitznamen als "Neckar-Caruso" alle Ehre machte. Als Konzertsaal diente ihm dabei die schön hallende Unterseite der B 28-Straßenbrücke der über den Neckar.
Wieder mit festem Boden unter den Füßen und nach einer gemütlichen Kaffeepause im Casino-Café, ging es zurück zum Bus, der uns zum in der Abendsonne liegenden Kloster Bebenhausen brachte. Vom ersten König Württembergs Karl wurde ein Teil des damals nicht mehr betriebenen und in einem tiefen Dornröschenschlaf liegenden Klosters zu einem Jagdschloss umgewidmet und entsprechend eingerichtet. Durch dieses Jagdschloss erhielten wir von einer charmanten und sehr kompetenten jungen Dame eine Führung, die sowohl die offiziellen als auch die privaten Räume der fünf württembergischen Königsfamilien, die diese Räumlichkeiten genutzt hatten, umfasste. Wir sahen viele interessante Einrichtungsgegenstände aus dieser Zeit, und Mengen von präparierten Hirsch- und Sauköpfen einschließlich eines ausgestopften Bären, die von den hohen Herrschaften (angeblich) alle im Schönbuch geschossen worden waren.
Nach diesem erlebnisreichen Tag ging es in der Abenddämmerung zurück zum Cannstatter Bahnhof, wo sich die Gruppe voneinander verabschiedete. Wiederum ein voll gelungener Ausflug - herzlichen Dank an die Verantwortlichen für die aufwendige Planung und Organisation!
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